Jugendfreizeit in Castiglione della Pescaia, Italien

Saisonvorbereitung 2004

Es fing an mit dem Treffen bei Rainer. Die Autos schon fast voll. Wartende Eltern, die endlich ihren Kindern bei der Abfahrt zuwinken wollen und der ungeduldige Trainer, der wieder auf eine Gruppe Nachzügler warten musste. Die vereinbarte Abfahrt wurde nicht eingehalten und somit fuhren wir erst um 17.25 h los und nicht wie geplant um 17.00 h. Wir fuhren also in 2 Autos los. Einmal der VW Bus und der Seat. Im Bus saßen: Rainer alias The Coach, Jan Buchholz genannt Buchi alias der Antisportler, die Mädels Jasmin, Jana und Anne und die Jungs Marci und der Neuzugang Andreas. Im anderen Auto von Till mitgebracht fuhren Till am Steuer, Jan Stein genannt Handy, Tom und meine Wenigkeit mit. Nach einem erfolgreichen Durchkommen an der Grenze, war der erste größere Zwischenstopp in Luzern geplant. Nach einem 5-stündigen Aufenthalt ging’s dann weiter Richtung Sonne. Die Sonne, die wir zunächst vermissten, zeigte sich dann in der zweiten Hälfte der zweiten Hälfte des gesamten Fahrweges. Wir kamen schließlich nach 7std. weiterer Fahrt am Trainingslager an! Es war erst bedeckt, doch dann kam so langsam die Sonne raus.

Nachdem jeder sein Quartier bezogen hatte, war am Abend noch eine Trainingseinheit geplant. Das Training fiel uns allen natürlich sehr schwer, besonders nach so einer langen Fahrt. Am Abend gabs dann, soweit ich weiß, noch Spaghetti Bolognese. Die Soße hatte Fr. Buchholz extra angefertigt. Die Spaghetti schnell gemacht, hatten wir abends noch einen schönen Tagesausklang. Bis zum Abend stand dann auch die Schlafverteilung fest. Rainer hatte das Vergnügen alleine zuschlafen, denn Buchi (sein Sohn) wollte nicht bei ihm schlafen, was aber auch jedem klar war. Erstens: wer schläft schon gern beim Vater?? Und zweitens: bei den Jungs ist mehr los. Bei den Mädels war die Einteilung klar, es gab nämlich keine. Jasmin, Jana und Anne schliefen zwar nicht in einem Bett aber in einem Zimmer. Bei den Jungs gabs 2 Schlafzimmer. Das Eine bezogen durch Till und Handy und das Andere von Tom und Marci. Im Wohnzimmer schliefen dann Andy und ich (Pedda). Buchi, der ja bei uns dann schlief, legte sich zwischen Marci und Tom auf den Boden, da ihm die Liege vom Andy ein bisschen "Strange" war.

Am Montag fing es dann richtig an unser Traininglager 2004 in Castiglione. Morgens erstmal um 8.00h aufstehen, was vielen natürlich sehr schwer fiel, da wir meistens nicht wie vereinbart um spätestens 24.00 ins Bett gingen … naja, um 8.30h stand er dann vor der Tür. Der Boss, der Coach, der Rainer und hatte mindestens 10 Brötchen im Schlepptau. Der Tisch war natürlich bereits durch viele fleißige Hände gedeckt worden. Das Frühstücken sah dann meistens so aus, dass die Einen damit begannen Kelloggs zu essen und die Anderen mit einer Runde Brötchen. Auf jeden Fall kann man sagen, dass jeder mit vollem Bauch dann pünktlich bei Rainer um 9.30h bzw. 9.45h mit den Mädels vor der Tür stand. Dann folgte ein 10-minütiger Fußmarsch Richtung Stadion, wo wir dann trainierten. Es standen Tempoläufe, Ausdauer, Staffelübergaben und Kurzstrecken an (für Jasmin und Till noch ein bisschen Hürden). Es waren auch noch zahlreiche andere Sportler da, von denen mir das Herkunftsland  jedoch fremd war, da ich ihre Sprache nicht verstand!!!

Die Sonne spielte uns keinen Streich und somit durften wir es sehr genießen bei diesem schönen Wetter zu trainieren. Nach 2 Stunden Training hatten wir dann meistens frei bis 16.00 Uhr. Manche gingen an den Pool um sich zu bräunen. Die Anderen gingen zum Strand um dort zu spazieren oder sich ins Meer zu stürzen. Das Wasser war nicht sonderlich warm, aber bei sonnigem Wetter und als abgehärteter Sportler hat man es gut verkraftet. Soweit ich die ganze Zeit zusammenzähle, waren Jana und ich am meisten in den tobenden Fluten. Die Anderen wären es sicher auch gewesen, wenn das Wasser doch nur nicht so kalt gewesen wäre!

Um 16 Uhr hatten wir dann auch wieder Training. Diesmal im Heimatparcours direkt vor der Tür in der Hotelanlage. Ein markierter Baumpfad zeigte uns den Weg über hügelige Böden. Auch hier war wieder Ausdauer gefragt, denn der Parcours mit seinen 1.25km hatte einiges zu bieten, besonders wenn man zwei Runden laufen musste (eine Runde Mitleid für Jana, sie musste mal drei Runden laufen).  Naja, abends hieß es dann Frischmachen fürs Abendessen. Ein Problem u. a. trat bei den Jungs in den ersten beiden Tagen auf. Da der Wasserboiler nicht genug Wasser hatte für 7 Jungs die 10 Minuten lang duschen wollen, mussten wir anfangen mit dem Wasser zu sparen. Wir haben es natürlich hinbekommen. Das Problem bei den Mädels gab es nicht, aber die Methoden, wie sie ab und zu duschten, fanden die Jungs toll, jedoch nicht so gut, dass man sie selber machen müsste!!! Naja, nach 2 „anstrengenden“ Tagen Training war am Mittwoch dann ein Wandertag geplant. Die meisten hatten sich für Rom entschieden und der andere Rest für Pisa, aber daraus wurde nichts, weil sich unser Handy den Daumen ab Mittelgelenk bis Handballen samt Fleisch aufgeschlitzt hatte. Eine Schockminute für alle Beteiligten. Wir fuhren also, nachdem uns der Sanitäter in Castiglione nicht weiterhelfen konnte, ins 20 km entfernte Krankenhaus nach Grosseto. Anne war schon immer eine ausgezeichnete Fahrerin und somit fuhr sie das Auto von Till zum Krankenhaus. Rainer als Beifahrer, der Verletzte selbst und der blinde Passagier Pedda. Nach der Ankunft im Krankenhaus um 23.30h war es wie es in einem Krankenhaus üblich ist Full House. Die Wartezeit für uns betrug fast 2 Stunden. Handy wurde mit 4 Stichen genäht. Bis wir wieder in unserem Trainingscamp waren, war es schon relativ spät geworden, sodass aus der Fahrt in die Ferne Italiens nichts mehr wurde. Toll, alles nur Handys Schuld!!!!! Nein Scherz…. Handy konnte nichts dafür, denn es lag so wie es aussah ein Materialfehler vor. Der Glasboden trennte sich in einem sauberen Schnitt vom Rest des Glases!

Wie gesagt Rom und Pisa blieben also in weiter Entfernung. Rainer beschloss also ein bisschen länger zu schlafen und um anschließend in die auch historischen Städte Siena und Volterra zu fahren. In beiden Städten waren historische Denkmäler und Gebäude zu besichtigen. Es waren nicht jedermanns Geschmack und die Gebäude, die wir besichtigten, waren uns auch nicht so berühmt, wie z.B. den Circus Maximus oder das Colloseum. Da wir aber eine leistungsstarke und lustige Truppe sind, machten wir das Beste daraus. Nach einem langen Tag wandern, waren wir am Abend alle sehr geschafft, doch nicht zu geschafft um nicht eine Einladung von Rainer in die nahe gelegene Pizzeria anzunehmen. Ein Klassiker in dem Restaurant war natürlich eine italienische, hausgemachte Pizza, wovon reichlich gegessen wurde. Es wurden aber auch andere Gerichte gegessen an deren Namen ich mich aber nicht mehr wirklich erinnern kann. Nach einem freien Trainingstag also hatten wir am Donnerstag wieder reichlich Kraft, um fit ins Training zu starten auch wenn’s manchen schwer fiel und sie über schwere Beine klagten. Nicht nur am Donnerstag war es den ganzen Tag schön, und da wir den Strand direkt vor der Haustür hatten war es nicht sehr verwunderlich, dass wir meistens alle noch im Sonnenuntergang an den Strand gingen und uns die Sonnenuntergänge anschauten. Um natürlich noch mehr zu erleben setzten sich viele von uns noch an die Promenade, wo auch noch andere Sportler aus vielen anderen Ländern saßen. Die Mädels hatten neue Gesprächspartner aus Frankfurt kennen gelernt, welches auch der Grund war, warum wir manchmal von ihnen versetzt wurden, aber wir Jungs konnten es verkraften. Wir machten eigentlich auch Bekanntschaften und dann waren es auch noch Mädels aus unserem geliebten Heimatland. Wie kommt’s??? Naja, aber die weiteren Tage stellte sich heraus, dass es doch keine Bekanntschaften waren. Sie saßen zwar bei uns in der Nähe, wenn wir abends an der Bar saßen und Rainer ein Runde Eis, Kakao für Anne oder Cappuccino spendierte, aber gesprächig zeigten sie sich dann nicht mehr. Doesn’t matter. Wir Jungs konnten uns auch anders beschäftigen. Wir sprechen hier von der „Geheimwaffe“ der Jungs! Zuerst saßen wir Jungs an der Promenade und tranken uns zum Ausklang des Trainingslagers noch ein Bierchen. Es war gegen 22.30h, wo die eine Hälfte der Jungs also Till, Tom, Buchi und Andy nach Hause gingen, um noch mal das stille Örtchen zu besuchen oder um noch mal Getränke zu holen. Der Rest, also Handy, Marci und ich, warteten an der Promenade. Es war fünf nach zwölf (00.05), da beschlossen wir Drei nach Hause zu gehen, da wir davon ausgingen, dass unsere Wohnungsgenossen schon am schlafen sind. Doch als wir Zuhause ankamen, war die Tür versperrt und die Klingel bewirkte auch nicht sehr viel. Die Mädchen machten uns Drei dann das Angebot bei ihnen zu schlafen. Dieses Angebot nahmen wir natürlich an (wer lehnt denn schon so ein Angebot ab ;-)). Wir waren jedoch so müde, dass wir sofort einschliefen. Ich zumindest war schnell eingeschlafen.

Dann kam ein Anruf der Jungs an die Mädels um ca. 00.30Uhr. Die Gründe, warum an jenem Donnerstagabend uns das Schicksal wieder einen Streich spielte, lassen wir mal außen vor. Es war das grelle Licht zur späten Stunde, welches Buchi auf einem kleinen Weg in Strandnähe stürzen ließ und ihm schwere Schürfwunden und einen Platzwunde am Kinn bescherte. Wie sich später herausstellte waren die Jungs um Till, Tom, Buchi und Andy noch alle auf dem Weg zur Promenade als das Unglück passierte. Wir wurden sofort von den Mädels geweckt und rannten, glaub ich, die Strecke zu unserer Bude in Rekordzeit zurück! Wir waren wieder einmal so geschockt, dass wir es nicht fassen konnten. Wir fragten uns immer wieder warum, warum wir??? Warum nicht Mr. Skinnie? Na ja und somit war es wieder einmal Zeit Rainer aus dem Bett zu holen. Buchis langjähriger Freund Tom war so aufgebracht und traurig zugleich, dass er darauf bestand Buchi ins Krankenhaus zu fahren. Fast die gleiche Uhrzeit, das gleiche in 20km entfernte Krankenhaus und wieder einmal Schockminuten für das gesamte Team! Wie es auch nicht anders zu erwarten war gab’s natürlich eine Standpauke am Morgen vor dem Training vom Trainer, für die wir natürlich Verständnis hatten und akzeptieren mussten. Vielleicht lag’s daran, dass wir in den letzten Tagen so viel erlebt hatten, aber unsere Tempoläufe waren am Vormittag echt gut! Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt nicht das Beste, vielleicht spiegelte es die Stimmung im Team wieder (alle traurig). Am Nachmittag waren dann Zugwiderstandsläufe angesagt. Die Stimmung stieg zum Nachmittag hin und ich versuchte mein Bestes sie zusätzlich anzukurbeln und lud alle nach dem Training zu einer Runde Pizzabrote ein. Die Stimmung war anschließend noch mal richtig gut, ja man kann sogar sagen sehr gut, obwohl einige ziemlich geschafft waren, außer Pedda die „Sportmachine“. Am Abend lud Rainer uns noch mal alle in die Pizzeria ein. Ein letztes Abschlussessen sozusagen. Anschließend saßen wir wieder gemeinsam an der Bar und hatten auch dort ein letztes Abschlusstrinken. Natürlich kein Alkohol, sondern warmen Cappuccino. Den restlichen Abend verbrachten die Mädels damit, sich von den Frankfurtern zu verabschieden und wir verbrachten noch ein paar Minuten an der Promenade. Zuhause angekommen, saßen wir noch zusammen im Wohnzimmer und ließen unser Trainingslager ausklingen. Daraufhin mussten wir noch etwas erledigen und zwar brauchten wir noch ein kleines Andenken…Da dachten wir an die Fahnen der LG Nord Berlin, die wir kurzerhand später von ihren Balkonen entfernten, ohne dass sie überhaupt davon Wind bekamen. Nebenbei erwischten wir Jasmin mit ihrem Lover, den sie im Camp kennen gelernt hatte (Näheres wollte sie uns nicht beichten).

Am letzten Tag begann dann die große Aufräumaktion. Wir standen wie immer um 8 Uhr auf. Um 8.30h das letzte gemeinsame Frühstück mit Rainer. Die Koffer hatten wir alle schon am Vorabend gepackt, sodass wir am Morgen nicht so viel Stress hatten. Danach begann jeder mit seinen Aufgaben, die ihm zugeteilt waren. Wir waren alle um 10.45h fertig. Vor der Abfahrt gab es dann nur noch ein Problem: Till hatte seine  Mautkarte nicht mehr, aber das machte auch nicht viel zur Sache. Wir mussten also Ca$h zahlen. Nach kurzem Zurückblicken auf das Trainingscamp blickten wir wieder nach vorne, vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen in einem Jahr und bis dahin mit neuen Erfolgen in der Tasche und nach kurzem Aufenthalt an der Tankstelle ging es dann zurück in Richtung Heimatstadt Dortmund.

Fotos